Zutaten : 500 g Kartoffeln 500 g Mehl 5 Eier 25 g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe 1 Teelöffel Salz Rosinen (Menge nach Wahl)
Versetzt man den Teig mit etwas Bier, erreicht man einen Geschmack der besonderen Art!
Zubereitung : Die rohen geschälten Kartoffeln müssen mit einer Küchenreibe zu einem Brei gerieben werden. Diesen gibt man zusammen mit den Eiern und den Rosinen in eine Schale und verrührt alles miteinander. Beim Rühren wird langsam das Mehl hinzu gegeben. Die Hefe in 100-150 ml Wasser auflösen und geben dies zusammen mit einem Teelöffel Salz in die angerührte Masse gießen. Alles noch einmal schön verrühren und mit einem Handtuch bedeckt eine Stunde lang gehen lassen. Nun kann der Teig in einer heißen Pfanne (mit Öl oder Schweineschmalz bedeckt) goldbraun gebacken werden und zwar entweder in kleinen Portionen oder als Pfannenpickert. Guten Appetit !
Informationen "Lippischer Pickert".
Dieses Rezept für "Lippischen Pickert" ist nicht der lippische "Urpickert"! Der enthielt keine Rosinen und nur soviel Zucker, wie für einen abgerundeten Geschmack erforderlich war. Deshalb möchte ich auf eine offenbar unbekannte Tatsache im Voraus aufmerksam machen: Der Pickert war im "Lippschen Lande" (auf dem Lande!) ein sogenanntes "Arme-Leute-Essen"! Noch bis in die 30er Jahre hatte der grösste Teil der Landbevölkerung nur das im Kochtopf, was auf dem eigenen (oder gepachteten) Acker geerntet werden konnte -- zum überwiegenden Teil die Kartoffel! Aus diesem Zwang heraus "erfanden" dann die Hausfrauen schon in früheren Jahren diverse Kartoffelrezepte. Der Pickert war wohl mit das am einfachsten herzustellende Gericht. Denn ausser Kartoffeln hielten sich die meissten Land- bewohner auch ein Schwein "im Stall", sodass die erforderlichen Zutaten hergestellt werden konnten. Der Pickert wurde auf der blanken Herdplatte des Küchenherdes gebacken! Das war möglich, weil nur mit Holz oder Torf gefeuert wurde (den Kohlegeruch hätte der Pickert übernommen). Die Herdplatte wurde blank gescheuert, mit einer Speckschwarte eingefettet und darauf dann der Pickert gebacken -- eine ca. 4cm dicke und 30 mal 30 cm grosse Teigschicht! Der fertige Pickert wurde in Streifen und Stücke geschnitten. Diese schnitt man dann in der Mitte (flach) auf und beschmierte das mit "guter" (weil eigener!) Butter oder geräucherte Lippischer Leberwurst vom eigenen Schwein. Übrigens: diese Leberwurst erhält man heute noch (nach Originalrezepten hergestellt) bei der Wurstfabrik Pieper in Lage. Viele Lipper meinen dass die auch heute noch zum "UrPickert" am besten schmeckt! Zu dem Rosinenpickert sagten die alten Lipper nur, das sei "Neureichenpickert". Das Geld für Rosinen hatten sie nämlich meistens nicht oder waren zu "sparsam", um dafür Geld auszugeben. Sicher -- auch damals gab es Lipper, die auf ihren Pickert Süßes haben wollten, nur dann war es Rübenkraut -- auch selbst gemacht – oder Pflaumenmus (Swetschgensapp). – Keine Rosinen!! Aber das ist kein status confessionis!
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