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Der Sonntagsgottesdienst beginnt um 10.30 h. Wobei es mit dem Beginnen so eine Sache ist. Es herrscht in dem Kirchraum (sanctuary) und in den Gemeinderäumen eigentlich ab 9.00 h ein reges Treiben. Denn dann ist es Zeit zur Sonntagsschule. Hier wird mit Kindern und Erwachsenen zu verschiedenen Themen (Bibel, christliches Leben, Gemeinde, Kultur, etc) mit unterschiedlichen Methoden gearbeitet. Ab 10.00 h füllt sich der Kirchraum. Z.T. kommen die Gemeindeglieder realtiv weit her. 40 km ist da keine Seltenheit. Das liegt daran, dass sie aus dem Zentrum der Stadt weggezogen, aber der Gemeinde treu geblieben sind, was u.a. an der Struktur der Personalgemeinde liegt. Ab 10.20 h beginnt ein musikalisches Vorprogramm. Meistens besteht es aus solistischen Beiträgen (mit Klavier- oder Orgelbegleitung). Mir fällt auf, wie viele Gemeindeglieder sich hier einbringen. Etliche singen, manche spielen ein Instrument. Ein besondere Gruppe ist der Carillon Choir: ein Glockenchor. Die Mitglieder haben in jeder Hand eine Glocke, die dann zu klingeln hat, "wenn die Musik vorbeikommt". Das klingt ganz interessant. Ich habe mir sagen lassen, dass das hier in dieser Gegend Ohios in mehreren Gemeinde eine besondere kirchenmusikalische Tradition hat. Jeden Sonntag singt der Kirchenchor (hier: "Chancelchoir) im Gottesdienst. Nach Abschluss dieses Vorprogramms wird die Gemeinde und ihre Gäste von der Pfarrerin oder einem Mitglies des Consistories (Presbyterium, Kirchenvorstand) begrüßt. So dann wird gefragt, ob Ansagen oder Bekanntmachungen anstehen. Das ist immer der Fall. Dazu kommen die entsprechenden Personen nach vorne und geben der Gemeinde bekannt, was anliegt.
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Nun beginnt der mehr spirituelle Teil. Der oder die "leader" ruft zum Gottesdienst. Das erste gemeinsam gesungene Lied schließt sich an. Nun wird einem Dankgebet viel Raum gegeben; ein Wechselgebet zwischen "leader" und Gemeinde, das die Pfarrerin bezogen auf Kirchenjahr, besondere Ereignisse der zurückliegenden Woche oder auch schon auf die in der Predigt angesprochenen Themen verfasst hat und das der Gemeinde schriftlich vorliegt.
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Was mich persönlich jeden Sonntag immer wieder neu beeindruckt und bewegt, ist der gottesdienstliche Ort "joys and concerns" (Freud und Leid). Einiges wird von der Pfarrerin berichtet, was sie erlebt und gehört hat, aber auch dann spontan von Gemeindegliedern. Es folgt Stille zum Gedenken und zur Fürbitte, die durch ein freies, spontan formuliertes Gebet der Pfarrerin beendet wird.
Nach Lesung und Lied kommt der Predigtteil, der zugleich den Schluss des Gottesdienst bildet. Man singt nach der Predigt nur noch ein Lied, stellt sich unter den Segen, der mit frei gewählten Worten (also keine biblische Formel!) gespendet wird, hört eine "Choral Benediction" (Segenslied) des Chores und läßt des Gottesdienst mit einem Instrumentalstück musikalisch ausklingen.
Nach dem Gotesdienst gibt es Kaffee und Gelegenheit zum "small talk".
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