German Village
Ohio State University (OSU)

Am Samstag, dem 23. Juni, war in Columbus die GAY PRIDE PARADE.
Die Thematik "Schwule" und "Lesben" ist hier ebenso virulent wie bei uns in Deutschland. Und das betrifft sowohl die kirchliche wie auch die öffentliche Diskussion.
Ein Beispiel für die öffentliche Dimension waren für mich die Fernsehdiskussionen, in denen sich die Präsidentschaftskandiadten der beiden großen politischen Parteien dem Volk vorstellten. Beide Seiten machten sich für eine Entmoralisierung der Diskussion stark und warben für eine Intergration dieser Thematik in die Familienpolitik. Dieses Anliegen wurde auch plakativ in der Parade am vergangenen Samstag aufgenommen. Es wurde geworben für Integration der "gay people" in die Familien angesichts der häufig auftretenden Ausgrenzung und Verdammung.


Family-Gay



Das Anliegen der Intergration und des sich Öffnens für Menschen, wie auch immer sie sexuell geartet sind, wurde von vielen christlichenGemeinden und humanistischen Gruppen aufgenommen. Überrascht hat mich, dass es bei vielen Gemeinden sogar ein Aspekt war, um für sich zu werben sozusagen als Teil ihres Leitbildes.

Homosexualität und Gemeinde Werbung für die UNITED METHODIST CHURCH





Homosexualität ist Sünde Das ist insbesondere die Botschaft der Fundamentalisten und Pfingstler



Der Protest war natürlich auch da. Mit Spruchplakaten und Megafon ausgerüstet standen sie am Rande der Straße und verkündeten ihre Ablehnung teils schweigend, teils lautstark. Es handelte sich um Fundamentalisten und Pfingstler. Auf etlichen Schildern war das Verbot aus 3. Mose 18,22: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel." zu lesen. Dagegen dann Plakate mit Gal 3,28; "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus." Und dazu dann leidenschaftliche Diskussionen über das Gesetzesverständnis der Christen - Jesus und das Gesetz. Tatsächlich eine wichtige und interessante Fragestellung, aber in solch einer Streitsituation nicht zu lösen!

In meiner Gemeinde gibt es keine einheitliche Position zu diesem Problem, das sich daran entzündet, dass die United Church of Christ das Programm "Open and Affirming" 1985 etabliert hat. Das meint, dass die UCC-Gemeinde, die sich diesem Programm angeschlossen hat, "öffentlich erklärt, dass "schwule, lesbische, bisexuelle" Personen willkommen sind im Leben und in den Ämtern (Mitgliedschaft, Leitung, hauptamtliche Beschäftigung, etc) der Gemeinde. Dies weist hin auf den Geist der Gastfreundschaft und der Bereitschaft, dieses Willkommen in bedeutungsvoller Weise zu verwirklichen. (To say that a setting of the UCC (a local church, campus ministry etc.) is "Open and Affirming" means that it has publicly declared that "gay, lesbian, bisexual" (GLB) people (or those of all "sexual orientations") are welcome in its full life and ministry (e.g. membership, leadership, employment etc.) It bespeaks a spirit of hospitality and a willingness to live out that welcome in meaningful ways.)" Diese Konkretion für "to be open" oder "all are wellcome" ist umstritten. Einige sind deswegen ausgetreten, andere sind neu hinzugekommen. Manche zeigen deutliche ihre Ablehnung, bleiben aber, weil sie meinen, dass dies kein Grund zum Verlassen der Gemeinde sei.
Eine offene Frage in einer offenen Gemeinde!